Jau, tatsache, ich hab ne Wohnung gefunden – Ein kleines Appartment, gemütlich. Die wände schon grau vom vielen Qualm, die ersten paar Tage nichts dagehabt, keine Gläser kein nichts – Hab mir Dosenspaghetti auf dem Einbauherd warmgemacht und danach die leere Dose (ausgewaschen) als Trinkgefäß verwendet. Mich nur von Brot mit Meggle Kräuterbutter ernährt (Das Brot auf meinem Holzschemel geschnitten – mach ich immer noch – kein Brett da) und viele Freunde da (auffallend viele) und nen Mp3-Player gekauft und mal wieder geduscht (ausführlich). Mankell hab ich angelesen, es leid geworden, dass er andauernd Wallander über den schwedischen Staat reflektieren lässt („Was ist nur los in Schweden“) – Weggelegt. Adorno gelesen und Loki gehört, nebenher ist mir aufgefallen dass ich nen teppichboden hab inklusive fehlendem Staubsauger. Und Einweihungsparty ist am Samstag (Deutschlandspiel) – Ole Ole Antideutschland, damn shit ich würde gerne alle meiner aufdembalkondeutschlandfahnenhabenden drecksnachbarn mit eiern bewerfen (farbgefüllt). Egal die Opfer verlieren eh – Schweden rockt. 3:0 – persönlicher Tipp. Und das wars auch schon.

Benzin

11:30 aufgestanden, und ich hab ziemlich gemerkt (vorallem im Magen), dass ich um 5 Uhr eingepennt bin und dann Kaffee getrunken, fast gekotzt, geraucht, noch näher am Kotzen, nach oben gewankt, telefoniert. Irgendne Tablette geschluckt, dann gings wieder. Komischer Traum: Ich war mit meinem Vater in der Wüste und wir haben uns Benzin aus „Benzinpulver“ und Wasser gemacht, weil der Tank leer war. Bedeutet wahrscheinlich was mit Familienglück oder nicht, Ödipuskomplex, herannahende Treibstoffpreissteigerung, i don‘t know. Dann werd ich heute wieder zurückfahren mit kaum Geld in der Tasche und mir massenweise Krimis am Abend anschaun. Und mich in die Bettdecke kuscheln und an irgendwie jeden denken nur nicht an meine Ex. Und ich werde den Tag abhaken und in meinem Kopf wird eine Stimme unaufhörlich sagen „Verschwendung“.

Briefe

Hab das neue Album von Peter Licht im Ohr. Vorbei, Vorbei.. Schön wärs. Bei Harald Schmidt bin ich auf ihn aufmerksam geworden, wann weiß ich nichtmehr. Cooler Typ auf jeden Fall.
Ich denke an Lotte und ob sie Glück gehabt hat mit ihrem Traumprinzen in Lüdenscheidt, aber wahrscheinlich schafft sie es wieder sich vorzunehmen unverliebt zurückzukommen. Ich vermiss ein bisschen die Zeit, wo wir uns öfter geschrieben haben, vielleicht nur um überhaupt wieder jemand vermissen zu können – pure Projektion, aber es gefällt mir. Und immer wieder die Zeit, wo wir uns fast verlieren, weil ich dich geliebt habe – Und dann immer ein Anruf von dir, oder ein Brief – Den alten Briefkasten aufmachen oder in die Wohnung reinzukommen und fragen, ob Post da ist, ein Gefühl, prägend. Und nach jedem halben Jahr Funkstille stelle ich fest, dass du immer noch die alte bist, und das wir den gleichen neuen Musikgeschmack haben. Dass du wieder tausend Dinge machst, viel zu erzählen – stundenlang, tagelang, wochenlang und noch immer nicht alles gesagt. Vielleicht wird es immer so sein. Ich mach mir eine Zigarette an und mach die Musik lauter.

Freundin verlassen (sie mich so fast, dann ich sie) und inzwischen auf Wohnungssuche. Viel rumtelefoniert, erfolglos – „Willkommen bei xy Imobilien, zurzeit sind wir nicht zu erreichen, wir freuen uns auf eine Nachricht *piep*“. Und viel Kaffee getrunken – Schlaf bräuchte ich mal wieder. Zwei Staffeln Family Guy angeschaut, Schule geschwänzt und in die Ferien hineingerauscht. Ich stehe in der Dusche und ich weiß, dass ich schon wieder was vergessen habe, aber nicht was – und ich hab keine Stofftaschentücher in die man so Knoten machen kann, ich will auch keine – Ich hasse Knoten. Achja: Mit Exfreundin noch befreundet sein, Gratiszeitung aus dem Briefkasten holen, versuchen sich grundlos über das Leben zu freuen. Today is gonna be the day.. und so weiter.
Hoffentlich bald wieder vorbei, also der Tag.

Ich sitze bei einem Freund, warte darauf, dass er mit Zigaretten wiederkommt und trinke grünen Tee aus der PET-Flasche. Ich bin komplett verliebt und die Welt scheint mir ein bisschen weniger zum Kotzen als gestern. Guter Song von Franz Ferdinand im Ohr:

This Fire is out of Control
Oh burn this city
burn this city

Sonst nothing

Wochenende

Fühl mich einsam. Eine Mischung von alleingelassenwerden und Sehnsucht ist das widerlichste, das einem an so einem Tag passieren kann. Ende der Woche und doch kein Ende des Ganzen. Ende des Winters und doch kein Anfang des Frühlings oder zumindest des Gefühls davon. Das Essen schmeckt nicht, die Luft riecht steril, überall Krankenhausatmosphäre. Die Liebe ist nur eine Liebe, wenn man sie lebt und das spürt man mit der Zeit. Wenn die Wochen an einem vorbeiziehen wie menschenleere Züge möchte man am liebsten irgendwas einwerfen, am besten zuviel. Wochen, an denen man nicht so genau weiß, ob einem innen oder außen kälter ist. Wo man sich wünscht, dass man destruktiv wäre statt passiv, wo selbst Liebesgedichte von Paul Celan versagen und der Regen allein schon aus Prinzip da ist.

Sperrmüll

Ferien verlängert durch Krankschreiben, betrunken Bukowski gelesen (wie passend!). Mir ist flau im Magen und wenn ich aus dem Fenster sehe, haben die Wolken die Sonne schon längst verschwinden lassen. Ich weiß nicht genau, ob es was schönes ist, dass die Tage länger werden, aber ich vermute es. Momentan hab ich nur Wohnungssuche und meine 200km-Liebe im Kopf. Niemand ruft mich an und im Radio kommt nur, was ich nicht hören will. Meine Stimmung ist ein bisschen wie ein Sperrmüllkarton – vollgestopft mit komischem Zeug von dem man sich nach langem Ringen trennen möchte (aus wasauchimmer für Gründen). Hier gibts nichtmal Saft oder Eistee – nur Kaffee, zu dem man sich ne Zigarette dreht. Und immer kein Feuerzeug in Sicht. Ich bin nicht unglücklich, nur unzufrieden. Ich hasse es, wenn mein Leben sich einer Kafka-Story annähert und mit den Jahren tut es das. Ich liebe Kafka – Kafka und elektronische Musik. Und den Gedanken im Zug Richtung Stuttgart zu sitzen um nie wieder zurückzukommen.